Folge mir nach Neuseeland.
Teil 1: Die Nordinsel

TAC

Noch nie saß ich so lange in einem Flieger und noch nie war ich so weit weg von Zuhause: Es ist geschafft, ich stehe mit beiden Füßen auf neuseeländischem Boden. Es ist warm und freundlich und trotz aller körperlichen Strapazen der letzten 26 Stunden spüre ich schon jetzt, dass es groß wird und 4 atemberaubende Wochen vor uns liegen. Im Augenblick möchte ich eigentlich nur schlafen aber mein Verstand zwingt mich wach zu bleiben, denn es ist erst 8 Uhr morgens. Die bunten Farben dieses Landes und diese grünen Vororte Aucklands überfordern mich noch etwas… Ich bin tatsächlich dem Winter entflohen und hier im Bus gibt es kostenloses WiFi. Meine Welt steht Kopf.

Alles was du für 4 Wochen Neuseeland wissen musst.

Klicke hier für meine Tipps.

 

Die Nordinsel

Ich habe Blogbeiträge gelesen, den Lonely Planet gewälzt und immer wieder Google befragt aber die wirklich hilfreichsten Antworten bekam ich von meinem Kollegen Jim Morrison. Gebürtiger Kiwi und Reiseprofi. Somit sind viele meiner Tipps eigentlich seine und damit 100 % local und approved. Bevor ihr meinen ausführlichen Reisebericht bekommt, fasse ich hier gerne einmal meine Eindrücke zur Nordinsel zusammen:

  • Hier ist deutlich mehr los als auf der Südinsel.
  • Grüne Hügellandschaften machen diesen Ort zur Heimat der Hobbits
  • Trotz Berglandschaft ist dieser Ort wesentlich flacher als die Südinsel
  • Geothermale Aktivität sorgt für heiße Quellen und häufig auch beißenden Gestank.
  • Neuseelands größter See und die klarsten Flüsse befinden sich auf der Nordinsel.

 

Mein Reisebericht

Es ist der 16. Dezember 2015 und uns bleiben von nun an 10 Tage für die Nordinsel. Dann wird uns die Fähre auf die Südinsel fahren. Für alle die sich jetzt fragen, was man in 10 Tagen so erleben kann, habe ich vorab mal unsere Reiseroute aufbereitet. Zum Nachfahren versteht sich ;) Alle nachfolgenden Sehenswürdigkeiten und Übernachtunsgempfehlungen findet ihr in dieser Map verzeichnet.

Von West nach Ost und ab durch die Mitte nach unten

…Fahr langsamer lieber Busfahrer, mein Hirn ist überfordert und meine Augen müssen sich erst an die Sonne gewöhnen und den Fließpulli brauch ich übrigens auch gerade nicht mehr. Wir steigen aus, mitten im City Centre von Auckland und schleppen unser Gepäck durch einen Park direkt in unser Hostel „City Lodge„, in dem wir die erste Nacht verbringen. Sauber, zentral, perfekt. Und weil trotz Dusche und kurzer Pause mittlerweile erst 11 Uhr ist, begeben wir uns ins Getümmel von Auckland.

auckland

Verkehrte Welt: Weihnachten auf der Südhalbkugel

Morgen beginnt er – unser Roadtrip. Dann holen wir unseren „fully self-contained“ Campervan bei Happy Campers ab und machen uns auf den Weg zu unserem ersten Ziel: Der Coromandel Peninsula im Nordosten der Nordinsel. Raus aus der Stadt (Achtung! Running Gag!) – kann der #futurehusband eh nicht so leiden – und rein in die Natur.

Die erste Nacht im Heim auf 4 Rädern verbringen wir daraufhin im Tapu Camp im Osten der Coromandel Halbinsel.

Tipp

In Neuseeland unterscheidet man zwischen 3 Arten von Campsites. Den kostenlosen Freedom Campsites, den günstigen vom Department of Conservation (DOC) betriebenen Plätzen und den privaten, vollausgestatteten Campingplätzen. Alle variieren stark in Qualität und Preis. Am besten ihr befragt stets die CamperMate App.

 

tapu camp

Tapu Camp: Heckklappe auf und vom Bett aus den Sonnenuntergang bestaunen.

Von Tapu geht es für uns weiter nach Hahei im Nordosten der Coromandel Peninsula. Eine Empfehlung von meinem Kollegen Jim und ich muss sagen, alleine der Weg dahin hat sich schon gelohnt, denn die Aussicht ist atemberaubend. Grüne Hügellandschaften, Kliffe und kleine vorgelagerte Inseln zeigen ein Neuseeland aus dem Bilderbuch.

panorama coromandel

Wir gönnen uns einen Stellplatz mit Strom auf einem richtigen Campingplatz: Hahei Holiday Resort. Die Umgebung ist ein Traum und der Strand nur wenige Schritte von unserem Van entfernt. Wenn ihr in der Gegend seid, solltet ihr unbedingt zum Hot Water Beach fahren und euch mit Schaufeln ein tiefes Loch in den Sand graben. Das füllt sich dann nämlich von ganz alleine mit heißem Wasser und ihr könnt darin entspannen. Eine weitere Sehenswürdigkeit gleich ums Eck ist die Cathedral Cove.  Kleine Tracks führen euch zu bezaubernden Buchten und Steinformationen.

cathedralcove_panorama

steinhaufen

Steine stapeln soll Glück bringen. #hauptsachederspaßzählt

cathedralcove1
cathedralcove2
hahei_strand

Hahei Holiday Resort: Ein Strand ganz für uns alleine.

hahei_ich
hahei_fueße

Wir lassen die Küste zunächst hinter uns und fahren Richtung Süden. Unsere Zielregion für die kommenden Tage ist das Zentrum der Nordinsel. Rotorua und Lake Taupo um genau zu sein. Diese Region ist bekannt für Wälder, Seen aber auch Action und Outdoor Aktivität und das wollen wir testen. Der Ort Rotorua hat vor allem zwei Dinge, die Menschen anziehen: Geothermale Aktivität und den riesigen Redwood Forrest. Für ersteres braucht ihr wirklich eine unempfindliche Nase. So farbverrückt diese vulkanischen Blubberlöcher auch sind, so extrem stinken sie nach faulen Eiern. Der Besuch im Wai-O-Tapu Thermal Wonderland ist aber trotz allem empfehlenswert, wenn ihr 1-2 Stunden Zeit über habt. Für die zweite Attraktion, The Redwoods – Whakarewarewa Forest, solltet ihr euch aber definitiv etwas länger Zeit nehmen – sofern ihr gerne im Wald seid oder so einen fahrradverrückten Partner habt wie ich. Wir haben uns bei Mountainbike Rotorua zwei Bikes geliehen und sind ein paar Trails gefahren. (Was tut man nicht alles aus Liebe?!) Es lohnt sich in jedem Fall auch mal vom Rad abzusteigen und die Natur um einen herum zu genießen. Wenn man nämlich heil die Downhill Strecke runter gekommen ist, erwarten einen glasklare Flüsschen in dschungelähnlicher Flora.

Wai-O-Tapu Champagne Pool

Wai-O-Tapu Champagne Pool

Wai-O-Tapu Devil's Bath

Wai-O-Tapu Devil’s Bath

Mountainbike Rotorua

Mountainbike Rotorua inmitten von The Redwoods

Abseits der MTB Trails

Neben den MTB Trails sind wunderschöne Oasen

Diese beiden Nächte verbringen wir für kleines Geld auf DOC Campsites am Lake Okareka und Lake Okaro (Waimangu). Dies waren gute Ausgangspunkte für unsere Aktivitäten und auf dem Weg dorthin erlebte ich eines meiner NZ-Highlights: Die Rettung eines Baby-Igels. :) Solltet ihr dieses Ziel anfahren, so haltet Ausschau nach dem Kerosene Creek unweit vom Lake Okaro. Es handelt sich um einen 36 Grad heißen Fluß, der sich durch dichte Natur windet und überall kleine Pools zum entspannen bildet. Ein echtes Erlebnis wenn man in der Nähe ist.

igel

Baby-Igel-Rettungsaktion

mittag_am_see

Nachmittag am Lake Okaru

Wiese und Schafe

Typisch Neuseeland

Wir fahren weiter nach Taupo. Unterwegs fragen wir uns oft, ob nicht hier und da gleich ein Hobbit über die Straße hüpft, denn diese windet sich geradewegs schneidend durch die typische Hügellandschaft. Es liegt auf der Hand warum Peter Jackson nirgendwo anders auf der Welt drehen wollte als hier. Lake Taupo ist der größte See Neuseelands und hat ein atemberaubendes Panorama: den Schicksalsberg. Hier gibt es so viel zu sehen und zu tun, dass wir beschließen ein paar Tage zu verweilen. Eine Nacht gönnen wir uns den Campingplatz DeBretts Ressort und laden unsere Akkus auf. Ein absolutes Muss für Camper ist aber auch der kostenlose Platz Reids Farm, auf dem wir die zweite Nacht verbringen. Direkt am Waikato River, unweit von den bekannten und imposanten „Huka Falls“ bietet das riesige Areal viele Nischen und Badebuchten und einen Haufen netter Leute für ein gemütliches Bier bei Sonnenuntergang. Ebenso idyllisch ist der kostenlose Platz am 5 Mile Beach direkt am Lake Taupo. Hier kann man wunderbar Bimsstein sammeln während man sich im Freien die Zähne putzt.

reidsfarm

Glasklarer Waikato River bei Reid’s Farm

hukafalls

Die imposanten Huka Falls des Waikato Rivers

the storehouse

Shopping und Kaffee genießt ihr am besten in „The Storehouse“

5milebeach

5 Mile Beach am Lake Taupo

bullispoint

Auf dem Weg nach Süden unbedingt am Bulli Point stoppen. Die mutigen machen dort einen Cliff Jump

Taupo ist toll. So gemütlich, grün und trotzdem voller Möglichkeiten. Wir lassen die Seele baumeln, shoppen ein wenig und planen von dort aus unsere große Tages-Wanderung, das Tongariro Alpine Crossing. Außerdem buchen wir eine Rafting Tour auf dem Tongariro River mit der genialsten Company unter der Sonne, dem Familienbetrieb Rafting New Zealand. Bei all diesen Must-Do-Aktionen vergessen wir glatt, dass auf der anderen Seite der Welt gerade Heilig Abend ist. Kurz finden wir das komisch und etwas unbesinnlich aber dann holen wir uns eine Packung Sushi (Immer. Genial.) und strecken die Köpfe wieder in die Sonne.

Tipp

Wenn ihr das Tongariro Alpine Crossing (TAC) machen wollt, plant ein paar flexible Tage dafür ein. Oft sind die Wetterbedingungen oben am Berg nicht günstig für eine Überquerung und ihr müsst ggf. auf einen anderen Tag ausweichen. Die Tour ist anstrengend und erfordert eine solide Fitness, aber jeder Schweißtropfen ist es wert: Aussicht und Landschaft sind gigantisch. Mein persönliches Highlight der Reise. Bucht euch ein Shuttle dass euch vom Carpark zum Eingang des Parks bringt und wählt eure Laufrichtung mit Bedacht.

Der Wettergott feiert Merry Season und erlaubt uns das TAC wie geplant am 25. Dezember durchzuführen. Um früh morgens loszukommen übernachten wir zuvor in dem nahegelegenen Dörfchen Motuoapa. Ich bin leicht nervös vor der großen Tour die jeder mit Respekt ankündigt und schlafe unruhig. 19,4 km Alpenüberquerung bei insgesamt 800 zu überwindenden Höhenmetern. Kann mich nicht erinnern vorher schon mal so eine Tour gemacht zu haben.

Wir parken unseren Van im Carpark und werden mit einem Shuttle zum Einstieg Mangatepopo Hut im Osten gebracht. Von dort wandern wir einen Tagesmarsch zurück zum Auto. Ein paar Tipps für euch:

  • Bucht euch das Shuttle frühzeitig und geht möglichst früh morgens los
  • Es kann sehr voll werden auf dem Berg. Wenn ihr könnt wählt einen Feiertag (z.B. Weihnachten!) bei dem die Locals beschäftigt sind :)
  • Beginnt die Tour von Mangatepopo Hut im Osten. Ihr wollt den Weg nicht anders rum gehen, glaubt mir!
  • Zwiebelook empfiehlt sich, da häufig die Temperatur wechselt.
  • Stellt euch vor, Gollum und die Orks kommen gleich ums Eck. Dann läuft sich’s leichter bergauf.
  • Freut euch nicht zu früh wenn ihr glaubt ihr nähert euch dem Carpark. Ab disesem Moment geht es noch locker 1-2 Stunden durch den Wald.

Eine Wahnsinnserfahrung die mich „fast“ an meine Grenzen brachte aber mich gleichzeitig auch permanent mit atemberaubenden Kulissen belohnte. Ein Must-Must-Do! Wandert mit uns:

eingangTAC

Einstieg bei Mangatepopo Hut

South Crater

Der erste Anstieg zum South Crater ist geschafft

Verschnaufpause

Kurze Verschnaufpause

Schicksalsberg

Der Schicksalsberg in meinem Rücken

Vulkan

Tanz auf dem Vulkan

 Red Crater

Top of the Rock: Angekommen auf dem Red Crater

 Red Crater

Die Emerald Lakes

Die Emerald Lakes

Red Crater

Lieblinsgbild. Auf dem Krater des Red Crater

Wir sind stolz und haben schwere Füße und beschließen noch ein paar Kilometer Richtung Süden zu fahren um näher an unserem letzten Ziel Wellington zu sein. Von dort geht nämlich morgen Abend die Fähre auf die Südinsel. Ich verlasse die Nordinsel aber nicht, bevor ich nicht mindestens einmal durch „Windy Welli“ geschlendert bin und so konnte ich nach einigen Diskussionen einen halben Tag „Stadt“ raushandeln. (Ihr wisst ja: „Schnell raus aus der Stadt“ und so…)
Bevor wir aber nach Wellington aufbrechen, schlafen wir noch eine Nacht auf einem günstigen Campingplatz in Mangaweka. Wie sich rausstellt ein wahrer Glücksgriff und eine wirkliche Empfehlung. Neben den schönen Stellplätzen gibt es inmitten von weißen Felswänden einen glasklaren Fluss in dem ihr etwas umhertreiben könnt. Perfekt für unsere müden Füße.

Mangaweka Campground

Mangaweka Campground

Nach einem Frühstück in dieser Kulisse packen wir zusammen und fahren in die Hauptstadt. Ein halber Tag in Wellington erlaubt einen gemütlichen Spaziergang durch die Innenstadt und den Hafen, ein bisschen Shopping und ein gutes Essen im Restaurant. Zur Fähre sind es je nach Parkplatz auch nur maximal 20 Minuten. Es lohnt sich also auch ein kurzer Stop.

wellington
wellington
hafen

Paddeln oder einen Schwarm Rochen beobachten? Geht hier beides.

Wir sind nun sowas von bereit für die Südinsel und damit Part 2 unserer Reise. Ein tolles Gefühl zu wissen, dass die Zeit auf unserer Seite ist und wir den Großteil noch vor uns haben. Mit Sushi bewaffnet (Immer. Genial.) sitzen wir auf der Fähre Interislander und fahren in den Sonnenuntergang. 3,5 Stunden liegen vor uns und nach der kostenlosen Stunde WiFi fange ich zum ersten mal an mich zu langweilen. Was ein Luxus.

Fortsetzung folgt

Du willst wissen wie es weiter geht? Bald folgt Teil 2: Die Südinsel.

Folge mir auf Instagram oder Facebook und du erfährst sofort wenn die Reise weiter geht. Bis dahin freue ich mich über Fragen, weitere Tipps oder Anmerkungen in der Kommentarfunktion. :)

 

 

Mira

Immer unterwegs, selten alleine, die Welt und das www sind mein Zuhause, black is my happy color, ich liebe Interior Design und gutes Essen, brenne für Spaziergänge über den Flohmarkt und meinen Job als Marketing-Strategin.

Be first to comment