Es war mir ein FEST

Das Fest 2015

Gerade ist es rum und die Günther Klotz Anlage erholt sich von ihrem großen Auftritt. Das FEST 2015 liegt hinter uns und als echte Karlsruherin bin ich wie immer ziemlich stolz. Aber warum eigentlich? Schließlich habe ich außer Konzertbesuchen, Bierkonsum und Instagram-Werbung nicht viel zum Erfolg beigetragen.

Aber andere haben das. Andere Töchter und Söhne dieser Stadt haben in monatelanger Arbeit all das auf die Beine gestellt, was uns 3 Tage Großstadtfeeling verleiht, uns das Gefühl von Kurzurlaub gibt und uns in großen Gruppen gemeinsam feiern lässt. Aus diesem Grund widmet karlszeit.de den Helfern des Festes mit „Off Stage“ eine eigene Kategorie und ehrt die Leute die zum Gelingen der Veranstaltung beigetragen haben. Paul Gärtner von TypxTatse huldigt dem Festival mit insgesamt 19.000 Fotos und nicht zu vergessen sind all die Blogger/Innen aus Karlsruhe, die ihre schönsten Erlebnisse aus 3 Tagen in hübschen Blogposts teilen.

Der Moment den ich gerne mit euch teilen möchte ist aber nicht etwa sexy wie Clueso oder Henning May, oder gar sportlich wie der FestCup noch ist er stürmisch wie das Wetter das Freitag Abend über uns herein brach. Mein persönlicher Fest-Moment ist ein Gespräch mit einer Schulfreundin, die ich mittlerweile fast 15 Jahre kenne und hin und wieder treffe wenn sich unsere Wege kreuzen.

freunde

Da stehen wir also, mitten am Hügel und lauschen bei untergehender Sonne der Musik von The Kooks – übrigens phantastischer Auftritt. Ich habe all meine Freunde, darunter viele Kollegen und Neu-Karlsruher, diesen Hügel hochgeschleppt, als ein gemeinsamer Freund plötzlich meine Schulfreundin mitbringt. Ich falle ihr in den Arm und freue mich riesig sie zu sehen. Ich freue mich immer sie zu sehen aber irgendwie ist es in diesem Moment emotionaler. Warum frage ich mich? Ein paar Songs später guckt sie mich an und grinst „Schon verrückt oder? Seit wie vielen Jahren kommen wir jetzt eigentlich schon hierher?“. Ich bekomme instantan Gänsehaut und schaue mich um.

Da steht eine große Gruppe Menschen um mich rum und alle davon sind mehr oder weniger lange schon meine Freunde. Ich schätze mich glücklich und beobachte jede/n einzelnen davon. Sie alle haben gerade gemeinschaftlich eine gute Zeit und singen mit, als The Kooks Frontmann plötzlich den Song „Seaside“ ins Mikro haucht und der Hügel die Feuerzeuge zückt. Manche Pärchen drücken sich jetzt gerade noch ein bisschen fester als sonst, schmachten sich an. Die anderen stoßen mit ihren Bierplastikbechern an, während sie die Zeilen textsicher mitgröhlen. Auf was genau sie trinken ist leicht zu erraten: „Auf uns und diesen Moment“ und manch einer klopft dem Vordermann dabei noch auf die Schulter. Ob es an dem Lied liegt, das wir schon vor Jahren zusammen gehört haben oder ob es dieser Sommerabend ist, der uns zusammenrücken lässt, ist mir eigentlich egal. Ich blicke nach rechts, links, oben und unten und egal wo ich hinsehe, stehen Menschen die gerade in dieser Sekunde den gleichen Moment genießen und Freude daran haben, mit ihren Liebsten einen tollen Abend zu erleben. Plötzlich ist diese große Masse von tausenden Festival-Besuchern eins und ich merke wie sie kommt, meine Gänsehaut. Vielleicht habe ich eine Schwäche für solche Momente, aber egal wie es ist, ich bin glücklich, dass es sie gibt.

Das Fest ist jedes Jahr Anlass, Bilanz zu ziehen und ich schätze mich sehr glücklich über diesen wachsenden Freundeskreis den ich am Fuße des Grape-Towers treffe. Oft kommen Freundes-Freunde zu Besuch, die uns dann begleiten und ich merke, wie stolz ich bin, Kind dieser Stadt zu sein und präsentiere dieses Festival mit breiter Brust. Seit Jahren komme ich her und auch wenn sich „Das Fest“ verändert, größer wird, vielleicht auch mainstreamiger wird, ich werde im nächsten Jahr wieder kommen denn die Gänsehaut-Momente am Hügel sind einfach zu großartig.

Dir geht es ähnlich? Dann verrate mir doch deinen persönlichen Gänsehaut-Moment in der Kommentarfunktion. Ich bin ganz neugierig :)

Mira

Immer unterwegs, selten alleine, die Welt und das www sind mein Zuhause, black is my happy color, ich liebe Interior Design und gutes Essen, brenne für Spaziergänge über den Flohmarkt und meinen Job als Marketing-Strategin.

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